Kampagne

All Power to the People!
Von unten nach links!
Organisiert den Widerstand in den Vierteln!

Aufruf

Wir leben im Kapitalismus: Wir gehen unserem Leben nach, bringen unendlich viel Energie dafür auf zu schauen, wie wir über die Runden kommen. Wir gehen zur Arbeit, nicht weil es uns Spaß macht, sondern weil wir auf das Geld angewiesen sind oder Angst haben, mit noch weniger dazustehen. Unsere Löhne sinken oder sind schon mies. Wenn wir keine Arbeit haben, werden wir vom Arbeitsamt drangsaliert. Wir zahlen immer höhere Mieten, weil wir ein Dach über dem Kopf brauchen und nicht alle zwei Jahre umziehen wollen. Immer mehr Kinder und Alte leben in Armut. Vor allem wir Frauen kümmern uns meist unbezahlt um beide, obwohl wir schon längst nicht mehr können. Gleichzeitig ist da die Gewalt gegen Frauen, die Gewalt gegen Migrant:innen, strukturelle Gewalt gegen alle, die zu Anderen gemacht werden. Der Staat überwacht uns, einige von uns werden von der Polizei schikaniert, manche ermordet. Das rassistische und patriarchale System nimmt uns die Luft zum Atmen.Wir werden krank, stehen unter einem enormen Leistungsdruck, haben Angst um unsere Zukunft. Überall in der Welt sehen wir Ungerechtigkeit: Hunderttausende Menschen, die fliehen müssen, auf dem Weg sterben oder hier von Rechten gehetzt werden. Hitzerekorde, Brände, Flutkatastrophen und bewusste Umweltzerstörung – eine Klimakatastrophe, die unseren gesamten Planeten bedroht und jetzt schon die Existenz der Ärmsten dieser Welt trifft.

Wir sehen die Politik, den Staat, wie sie nicht in der Lage sind, unser Leben zu verbessern. Wir sehen Reiche, die immer reicher werden, während wir immer ohnmächtiger werden. Wir sehen, wie sie Milliardengewinne machen und ihr Geld in Weltraumtourismus verpulvern. Wir sehen, dass die Welt nach den Interessen der Reichen und Herrschenden läuft, nicht nach unseren Interessen, der Menschen von unten. Wir leben in einer Klassengesellschaft.

Die Herrschenden wollen uns einreden, dass es hierzu keine Alternative gibt – das ist die vorherrschende Ideologie. Wir sollen die Dinge akzeptieren, wie sie sind. Wir sollen unsere Naivität, unsere Hoffnung auf eine andere Welt, aufgeben. Die Zeiten grundlegender gesellschaftlicher Veränderung seien vorbei. Wir sollen in diesem System als Einzelne bestehen, uns selbst disziplinieren, in Konkurrenz zueinander denken und die Verantwortung für unser Scheitern oder unseren Erfolg bei uns selbst suchen.

Wir werden das nicht akzeptieren. Denn wir wissen, dass es unter der Oberfläche brodelt. Wir wissen, dass immer mehr Menschen die Auswirkungen dieses lebensfeindlichen Systems sehen und selbst zu spüren bekommen. Viele sind unzufrieden mit diesem Leben, wütend auf die Macht derHerrschenden und oft im Verborgenen widerständig, um sich ein Stück Würde und Leben zu erhalten. Wir sehen gleichzeitig das Bedürfnis und die Fähigkeit der Menschen zu Solidarität. Wir haben die Macht, die Gesellschaft nach unseren Bedürfnissen zu gestalten und unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Unsere Macht wird permanent unterdrückt – wir müssen sie wieder aufbauen, um uns selbst zu befreien! Überall auf der Welt organisieren sich Menschen von unten und leisten Widerstand gegen Unterdrückung, Ausbeutung und die Zerstörung unseres Lebens und des Planeten. Wir teilen eine gemeinsame Hoffnung auf eine bessere, solidarische Welt. Dieser Wunsch kann selbst durch die Gewalt des Kapitalismus nicht zerstört werden.

Diesen Kampf können wir nur gewinnen, wenn wir als revolutionäre Linke eine große emanzipatorische, klassenkämpferische Bewegung aufbauen. Wir müssen der Macht des Systems und der Macht der Herrschenden etwas entgegensetzen. Wir müssen eine Bewegung von unten aufbauen, die die konkreten Alltagsprobleme als Ausgangspunkt von Organisierung nimmt und so im Alltag der Ausgebeuteten und Unterdrückten verankert ist.

Als revolutionäre Linke müssen wir wieder kollektive Kämpfe ermöglichen, in denen Selbstermächtigung und praktische Solidarität erfahrbar werden. Es braucht den Aufbau solidarischer Beziehungen, die zur Basis unserer Kämpfe werden: Beziehungen von Verbündeten, in denen sich unsere Vorstellung einer anderen Welt ausdrückt. Wir wollen so auf die Ausbildung eines Klassenbewusstseins als Ausgebeutete und Unterdrückte hinwirken: Das Bewusstsein, dass unsere Probleme, unsere Unzufriedenheit nicht selbstverschuldet sind, sondern dass sie dieselben Ursachen haben, Folgen des kapitalistischen Systems sind und wir deshalb nur etwas verändern können, wenn wir uns mit all denjenigen zusammenschließen, die wie wir von diesem System ausgebeutet und unterdrückt werden.

 

So können wir Macht von unten aufbauen, die wir brauchen, um dieses System zu besiegen und eine andere Welt zu schaffen. Eine Welt, die nicht mehr auf Konkurrenz, Ausbeutung und Unterdrückung basiert, sondern auf Solidarität, Menschlichkeit, Liebe und Freiheit.

 

Wir organisieren uns (und andere) dafür in den Stadtteilen. Dem Ort, wo viele unserer Probleme zusammenkommen, indem verschiedene Menschen aufeinandertreffen. Der Ort, an dem wir leben und den wir gemeinsam gestalten wollen. Besonders in armen Stadtteilen wollen wir eine kontinuierliche Form der Praxis entwickeln, die neben sozialen Kämpfen den Aufbau solidarischer Beziehungen im Alltag, basisdemokratische Prozesse und perspektivisch den Aufbau von Rätestrukturen beinhaltet.

All Power to the People! Von unten nach links!

Für den Aufbau einer starken Bewegung braucht es Initiativkräfte: Genoss:innen, die sich zur Aufgabe setzen, Menschen für soziale Kämpfe zusammenzubringen und sie als Teil einer Bewegung zu organisieren. Initiativkräfte organisieren Aktivitäten, bauen Beziehungen auf, hören zu, lernen von den Menschen der Basis und geben Wissen und Erfahrungen weiter. Es ist ihre Rolle, die vorhandene Wut und die Unzufriedenheit zu organisieren und darin Möglichkeiten zu schaffen, dass mehr Menschen selbst Verantwortung für die Bewegung übernehmen.

Mit der Kampagne „All Power to the People – von unten nach links“ verfolgen wir das Ziel, weitere Genoss*innen für diese Form der politischen Praxis zu gewinnen.

Um diese Menschen, um Dich zu finden, organisieren wir die Kampagne „All Power to the People – von unten nach links“. Wenn Du Dich angesprochen fühlst, komm zu unseren Veranstaltungen, lerne uns kennen, diskutiere mit uns, frag uns, erzähl uns… und organisier Dich mit uns.